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Höhenmedizin

Grundsätze für das Höhenbergsteigen


Der menschliche Körper durchlauft in großer Höhe im Zuge seiner Anpassung zwei Stadien: Die

  • Höhenakklimatisation (bis 5500 Meter) und die
  • Höhenadaption (über 5500 Meter).

Bis zu einer Höhe von 5500 Meter ist der dauernde Aufenthalt möglich.
In diesen Höhenlagen passt sich der Körper den Gegebenheiten an, indem er das geringe Sauerstoffangebot durch die Erzeugung von zusätzlichen roten Blutkörperchern kompensiert. Das Hämoglobin (= rote Blutkörperchen) ist der Sauerstoffträger im Blut und transportiert den gebundenen Sauerstoff an die Körperzellen. Durch den größeren Hämoglobinanteil kann nun mehr Sauerstoff zu den Zellen transportiert werden, es wird jedoch das Blut eingedickt. Das erschwert die Durchblutung der Kapillargefäße. Somit steigt die Erfrierungsgefahr der Extremitäten!

Um die gefürchteten Höhenkrankheiten, wie

  • akute Höhenkrankheit,
  • Höhenlungenödem (HAPE) oder
  • Höhenhirnödem (HACE),

zu verhindern, ist konsequente Höhenanpassung (=Akklimatisation) notwendig.
Die nachstehend angeführte Liste kann Hilfestellung für die Akklimatisationsdauer bieten:

  • von 0 auf 2000 Meter
    1-3 Tage
  • von 0 auf 3000 Meter
    2-4 Tage
  • von 0 auf 4000 Meter
    3-6 Tage
  • von 0 auf 5000 Meter
    2-3 Wochen

Bei langsamer und konsequenter Steigerung der Schlafhöhen, sollte einer beschwerdefreien Akklimatisation nichts mehr im Wege stehen.

Die Kontrolle des morgendlichen Ruhepulses ist ein Hilfsmittel, um eine nahende Störung der Höhenanpassung zu bemerken. Steigt der Ruhepuls grundlos an, ist in ein tieferes Lager abzusteigen oder zumindest ein Ruhetag, ohne Steigerung der Höhe, anzustreben.
Ebenso dürfen die ersten Symptome der akuten Höhenkrankheit, wie Kopfschmerz und Atemprobleme nicht auf die leichte Schulter genommen werden!

Bei Auftreten von den ersten Symptomen der Höhenkrankheit, ist sofort der Abstieg in tiefere Lagen einzuleiten. Sauerstoffgabe und die Verwendung des "Certec Pac" (hyperbare Kammer), sowie die Einleitung der medikamentösen Behandlung (Aspirin, Dexamethason, Adalat oder Nifedipin) durch den Arzt ist anzustreben.

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